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Auto in Österreich mit einem Maut-Schild davor

Maut in Österreich: Vignette & Gebühren einfach erklärt

Sie planen eine Autoreise nach Österreich – vielleicht sogar einen längeren Roadtrip durch die Alpen? Dann sollten Sie sich rechtzeitig über die Mautregelungen informieren. In Österreich sind auf fast allen Autobahnen und Schnellstraßen Motorräder, Motorräder mit Beiwagen, Trikes, Pkw sowie kleine Wohnmobile bis 3,5 t tzGm (technisch zulässige Gesamtmasse inklusive Ladung) vignettenpflichtig. Ab einem zulässigen Gesamtgewicht von über 3,5 t tzGm, d. h. für schwere Wohnmobile, Lkw sowie Busse fällt eine streckenabhängige Maut an. Diese wird digital über die GO-Box erhoben – ein elektronisches Gerät, das die gefahrene Strecke registriert und die automatische Abrechnung ermöglicht. Für bestimmte Tunnelstrecken und Passstraßen wird darüber hinaus eine zusätzliche Sondermaut (Streckenmaut/Videomaut) berechnet, die separat zu bezahlen ist. Außerdem sind bestimmte kurze Autobahnabschnitte nahe der Grenze vignettenfrei befahrbar. Diese Ausnahmen ermöglichen die mautfreie Benutzung bis zur jeweils festgelegten Anschlussstelle, danach gilt jeweils sofort Vignettenpflicht. Die entsprechenden Strecken werden von der ASFINAG veröffentlicht. Neben einer Vignette, sollten Sie auch niemals ohne gültige Autoversicherung mit dem Fahrzeug nach Österreich reisen.

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Arten der Vignette: Gültigkeitsdauern und Preise

Die Vignettenkosten werden jährlich angepasst und unterscheiden sich nach Fahrzeugkategorie. Motorräder (einspurige Kfz) zahlen deutlich weniger als Pkw. Zudem stehen Vignetten in den 4 unterschiedlichen Laufzeiten zur Verfügung:

  • 1-Tages-Vignette: Die Tagesvignette gilt für exakt einen Kalendertag und ist ausschließlich digi-tal erhältlich.
  • 10-Tages-Vignette: Gilt für einen Zeitraum von 10 aufeinanderfolgenden Tagen ab dem vom Käufer gewählten Startdatum.
  • 2-Monats-Vignette: Gilt für 2 Monate. Der Geltungszeitraum beginnt mit dem vom Käufer ge-wählten Startdatum.
  • Jahresvignette: Gültig für das jeweilige Kalenderjahr – tatsächlich vom 1. Dezember des Vor-jahres bis 31. Januar des Folgejahres.

Verkaufsstellen: Wo kann man die Vignette kaufen?

Klebevignetten sind innerhalb und außerhalb von Österreich an vielen Verkaufsstellen erhältlich. Dazu zählen grenznahe Tankstellen und Raststätten, Autobahn-Mautstellen in Österreich, Postämter und Trafiken (Tabakläden) sowie die Automobilclubs ÖAMTC und ARBÖ in Österreich. Sie können die Vignette für Österreich aber auch online – als digitale Vignette über den offiziellen ASFINAG-Webshop oder die ASFINAG-App kaufen.

Wartefristen bei Onlinekauf

Anders als beim stationären Kauf gilt beim Onlinekauf einer digitalen Vignette als Privatkunde standardmäßig 18 Tage Wartezeit zwischen dem Kauftag und dem 1. Gültigkeitstag der digitalen Vignette. Grund ist das 18-tägige Rücktrittsrecht für Verbraucher in Österreich.

Digitale Vignette vs. Klebevignette

Zumindest bis zum Jahr 2027 haben Autofahrer die Qual der Wahl zwischen einer digitalen Vignette oder einer Klebevignette. Für 2027 ist laut Medienberichten die Abschaffung der Klebevignette vorgesehen. Die klassische Vignette besteht aus einer selbstklebenden Jahres- bzw. Zeit-Plakette, die fest an der Innenseite der Windschutzscheibe angebracht wird. Jede Klebevignette gilt immer nur für ein bestimmtes Fahrzeug und ist nicht übertragbar – einmal aufgeklebt, darf sie nicht an einem anderen Fahrzeug wiederverwendet werden. Beim Fahrzeugwechsel oder Windschutzscheibentausch muss eine neue Vignette gekauft werden. Die digitale Vignette (E-Vignette) ist elektronisch an das Kfz-Kennzeichen gekoppelt, es wird kein Aufkleber benötigt. Beim Kauf registriert man das Kennzeichen im Mautsystem. Vorteil: Kein Aufkleben oder Abkratzen mehr nötig. Wechselkennzeichen-Besitzer profitieren besonders, da eine digitale Vignette alle Fahrzeuge unter dem gleichen Wechselkennzeichen mautberechtigt. Außerdem entfällt das Problem, dass die Vignette bei einer kaputten Scheibe (wie etwa durch einen Steinschlag) verloren geht – die Digitalvignette bleibt gültig. Gleiches gilt für eine Jahresvignette bei Fahrzeugwechsel. Diese kann gegen eine Gebühr weiter genutzt werden. Während die Klebevignette sofort nach Ankleben gültig ist, muss für die digitale Vignette zum Teil eine Wartefrist von 18 Tagen eingehalten werden.

Sondermautstrecken: Besondere Mautabschnitte

Ergänzend zur Vignette können in Österreich auf bestimmten Abschnitten weitere Mautkosten anfallen. Auf kostenintensiven Alpenstrecken – etwa bei großen Tunneln oder einzelnen Passstraßen – wird eine Sondermaut (Streckenmaut) erhoben, die auch für Pkw unter 3,5 t gilt. Diese Gebühr ist unabhängig von der Vignette zu zahlen und wird zusätzlich berechnet. Die Sondermaut kann direkt vor Ort an den Mautstellen (bar oder mit Karte) bezahlt werden oder bereits im Voraus online. So bietet die ASFINAG etwa digitale „Streckenmaut“-Tickets an, die man vorab über den Mautshop kaufen kann. Streckenmaut ist auf folgenden Straßen zur entrichten:

  • Arlberg
  • Brenner
  • Tauern/Katschberg
  • Karawanken
  • Bosruck
  • Gleinalm

Kontrolle und Strafen bei Verstößen

Die Einhaltung der Vignettenpflicht wird von der Betreiberfirma ASFINAG streng überwacht. Spezielle Kontrolleinheiten (Mautaufsicht) sind auf den Autobahnen unterwegs und führen Stichproben durch. Zusätzlich kommen automatische Kamerasysteme zum Einsatz, die von Brücken oder vom Straßenrand aus sowohl die Windschutzscheiben als auch die Kennzeichen scannen. Ein Fahrzeug ohne gültige Vignette wird fotografiert und registriert. Das geschieht sowohl bei Klebevignetten als auch bei digitalen Vignetten. Bei der digitalen Variante wird das gescannte Kennzeichen mit den gespeicherten Kennzeichen in der Datenbank der ASFINAG abgeglichen.

Wird man ohne gültige Vignette oder mit falsch angebrachter Vignette erwischt, verlangt die ASFINAG eine Ersatzmaut (sofort zu zahlen, um ein Bußgeldverfahren abzuwenden). Diese beträgt 200 € für Pkw (bzw. alle mehrspurigen Kfz bis 3,5 t). Motorradfahrer zahlen eine reduzierte Ersatzmaut von 100 €. Die Ersatzmaut wird üblicherweise direkt von den Kontrolleuren kassiert. Danach darf die Fahrt fortgesetzt werden.

Wichtig: Wer die sofort fällige Ersatzmaut nicht bezahlt (oder die Kontrolle ignoriert), dem droht ein Verwaltungsstrafverfahren in Österreich. In diesem Verfahren können empfindliche Geldstrafen zwischen mindestens 300 € und bis zu 3.000 € verhängt werden. Die ASFINAG erstattet in solchen Fällen Anzeige, und der Bescheid wird auch ins Ausland zugestellt. Nicht bezahlte Geldstrafen können grenzüberschreitend vollstreckt werden.

Wurde eine Vignette missbräuchlich verwendet oder manipuliert – etwa ein bereits verwendetes Pickerl abgeknibbelt und auf ein anderes Fahrzeug übertragen – wird eine höhere Ersatzmaut fällig. Deren Höhe richtet sich nach den jeweils geltenden Tarifen für entsprechende Verstöße. Wird die Ersatzmaut nicht bezahlt, kann ebenfalls ein Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet werden, in dem Geldstrafen im oben genannten Rahmen verhängt werden.

Tipps für Reisende rund um Vignette und Maut

Mit den nachfolgenden Tipps wird das Fahren auf mautpflichtigen Straßen so entspannt wie auf deutschen Autobahnen.

Rechtzeitig kaufen

Besorgen Sie die Vignette vor Reiseantritt. Ideal ist es, die Autobahnvignette bereits vor der Einreise nach Österreich zu kaufen (etwa beim ADAC in Deutschland, an einer Tankstelle nahe der Grenze oder online als Digitalvignette über die ASFINAG). So stellen Sie sicher, dass bei Auffahrt auf die Autobahn bereits eine gültige Vignette vorhanden ist. Wenn Sie die digitale Vignette nutzen, denken Sie daran, sie rechtzeitig zu kaufen. Beachten Sie die 18-Tage-Frist bei Online-Kauf als Privatperson – kaufen Sie also früh genug vor der Reise, oder umgehen Sie die Wartefrist, indem Sie beim Online-Kauf auf das Rücktrittsrecht verzichten (Option beim Kauf). Prüfen Sie zudem nach dem Kauf, ob das Kennzeichen korrekt im System registriert wurde (Bestätigungs-E-Mail prüfen), um Fehler auszuschließen.

Alte Vignette entfernen

Entfernen Sie abgelaufene Vignetten von der Windschutzscheibe, bevor Sie eine neue darauf kleben. Mehrere Pickerl übereinander oder nebeneinander können bei Kontrollen für Verwirrung sorgen. Am besten löst man die alte Vignette mit einem Schaber oder durch Anfeuchten ab – die Klebevignette ist als Sicherheitsaufkleber konzipiert und wird beim Entfernen in der Regel zerstört.

Klebevignette richtig anbringen

Bringen Sie die Klebevignette unmittelbar nach dem Kauf auf Ihrer Windschutzscheibe an. Erlaubt ist das Aufkleben innen auf der Scheibe – am besten im linken oberen Bereich oder hinter dem Rückspiegel (Hauptsache gut sichtbar). Seitenfenster oder getönte Flächen sind tabu. Verwenden Sie keine Folien oder Klemmhalterungen – das Pickerl muss direkt auf der Scheibe haften. Motorradfahrer kleben die Vignette an einem fest mit dem Fahrzeug verbundenen, gut sichtbaren Teil, zum Beispiel am Gabelholm oder auf den Tank.

Sondermaut einplanen

Informieren Sie sich vorab, ob Ihre geplante Route Sondermautstrecken enthält. Für diese Strecken müssen Sie zusätzlich zur Vignette Maut bezahlen. Auch diese Tickets können Sie digital kaufen. An-dernfalls halten Sie vor Ort an der Mautstation ausreichend Bargeld oder Karte bereit.

Versicherung nicht vergessen: sicher unterwegs im Ausland

Gerade bei Fahrten ins Ausland ist ein guter Versicherungsschutz unverzichtbar. Mit der richtigen Planung vermeiden Sie Bußgelder und unnötigen Stress an der Grenze oder unterwegs. Die Grüne Karte dient als internationaler Versicherungsnachweis und kann bei Polizeikontrollen oder Unfällen hilfreich sein. Die Mallorca Police sorgt dafür, dass Sie auch im Ausland mit einem Mietwagen so abgesichert sind, als hätten Sie eine deutsche Kfz-Haftpflicht – ein wichtiger Vorteil im Schadenfall. Der Auslandsschadenschutz übernimmt als Zusatz zu Ihrer Kfz-Versicherung die Schadenregulierung nach deutschem Recht, wenn Sie unverschuldet in einen Unfall im Ausland geraten. Das spart Zeit, Nerven und oft auch Geld.

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