Was ist ein Airbag?
Airbags sind Systeme aus Sensoren, einem Steuergerät und dem aufblasbaren Luftkissen selbst. Beim Aufprall wird das System im Auto innerhalb von Millisekunden aktiviert, um die Energie des Aufpralls abzufangen und, die Verletzungsgefahr während einer Kollision zu minimieren. Um jedoch den vollen Schutz zu gewährleisten, muss sichergestellt sein, dass alle Fahrzeuginsassen korrekt angeschnallt sind. Airbags und Sicherheitsgurte arbeiten als passive Sicherheitssysteme zusammen.
Funktionsweise von Airbags
Jeder Airbag im Auto ist mit 2 voneinander getrennt gesteuerten Chrashsensoren verbunden. Melden beide Sensoren dem Steuersystem einen Aufprall, wird ein Gasgenerator in Gang gesetzt, welcher den Airbags innerhalb kürzester Zeit füllt und so ein Schutzpolster zwischen Fahrzeug und Autoinsassen bildet.
Die Geschichte des Airbags: Seit wann gibt es Airbags?
Obwohl die Idee eines aufblasbaren Schutzsystems für Fahrzeuginsassen bereits in den 1950er- Jahren aufkam, dauerte es Jahrzehnte, bis der Airbag in seiner heutigen Form serienreif war. In Deutschland setzte der Autobauer Mercedes-Benz ab 1966 auf die Entwicklung eines praxistauglichen Airbagsystems. Nach zahlreichen Tests und Verbesserungen verbaute Mercedes erstmals serienmäßig Airbags in deutschen Autos. Dies geschah 1981 in der S-Klasse (Baureihe 126) und war mit einem Gurtstraffer kombiniert. Inzwischen sind Fahrzeuge aller sicheren Automarken serienmäßig nicht nur mit einem Frontairbag für Fahrer und Beifahrer ausgestattet, sondern auch mit Seiten- sowie Kopfairbags.
Airbag-Arten – viele Luftsäcke für den Insassenschutz
Moderne Fahrzeuge sind serienmäßig mit verschiedenen Airbag-Typen ausgestattet, um den Insassen bei unterschiedlichen Unfallszenarien möglichst gut vor schweren Verletzungen zu schützen:
- Frontairbags: Diese schützen Kopf und Oberkörper bei Frontalaufprall.
- Seitenairbags: Sie bieten Schutz bei seitlichen Kollisionen.
- Kopf-Airbags (Vorhang-Airbags): Diese schützen Kopf und Nacken bei Überschlägen.
- Knie-Airbags: Sie verhindern Beinverletzungen.
- Außen-Airbags/Fußgängerairbag: Dieser befindet sich im Außenbereich des Fahrzeugs und schützt Fußgänger sowie Radfahrer bei Kollisionen.
- Center-Airbag: Dieser Airbag schützt Beifahrer und Fahrer vor einem Zusammenstoß.
- Gurtairbag: Er soll Verletzungen durch den Gurt bei Frontalzusammenstößen minimieren bzw. verhindern.
Moderne Fahrerassistenzsysteme wie Notbremsassistenten oder Spurhalteassistenten ergänzen Airbags sinnvoll, indem sie Unfälle bereits im Vorfeld vermeiden oder deren Schwere reduzieren können.
Airbags und andere passive Sicherheitssysteme zeigen Wirkung
Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Zahl der Verkehrstoten seit 1950 Schwankungen unterliegt, aber grundsätzlich rückläufig ist – trotz höherem Verkehrsaufkommen und immer stärker motorisierten Autos. Airbags und andere passive Sicherheitssysteme wie Sicherheitsgurte haben einen Teil zu der Minderung beigetragen, da sie die Schwere von Verletzungen bei einem Unfall minimieren können.
Der TÜV prüft bei den regelmäßigen Hauptuntersucheungen (HU), dass sicherheitsrelevante Systeme wie Airbags einwandfrei funktionieren und im Ernstfall zuverlässig auslösen.
Mögliche Verletzungen durch Airbags
Obwohl Airbags als lebensrettende Sicherheitselemente gelten, können sie in bestimmten Situationen auch Verletzungen verursachen. Die Geschwindigkeit des Autos vor dem Aufprall sowie der Öffnungsdruck und die Sitzposition oder die Nähe zum Airbag im Moment des Unfalls beeinflussen die Wahrscheinlichkeit von Verletzungen durch einen Airbag. In der Vergangenheit vorgekommene Verletzungen und Beschwerden durch Airbags sind:
- Gesichtsverletzungen: Prellungen, Schnittwunden, Knochenbrüchen
- Brust- und Rippenverletzungen: Prellungen, gebrochenen Rippen, innere Verletzungen
- Hals- und Rückenverletzungen: Schleudertraumata, Frakturen der Halswirbelsäule
- Hautverletzungen und chemische Reizungen: Hautreizungen, leichte Verbrennungen