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Umweltplakette und Umweltzonen: Bedeutung, Farben und Pflichten

Wer in Deutschland mit dem Auto in eine Umweltzone fahren möchte, braucht die dafür notwendige Umweltplakette. Hintergrund ist, dass seit 2008 in mehreren deutschen Städten, Kommunen und im Ballungsräumen Umweltzonen bestehen, die nur mit passender Schadstoffklasse und damit verbundener Umweltplakette befahren werden dürfen.

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ein Auto mit einer Umweltplakette

Umweltzonen in Deutschland

Schon Anfang der 1990er-Jahre wurde deutlich, wie stark die Luft in deutschen Ballungsräumen belastet war. Im Abschlussbericht des Länderausschusses für Immissionsschutz von 1991 wurde festgestellt, dass Dieselrußpartikel dort rund achtmal häufiger vorkamen als auf dem Land, Benzol sogar zehnmal so häufig. Auch die Belastung mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen lag in großen Städten deutlich höher, in Berlin sogar beim Sechsfachen. Mit der EU-Luftqualitätsrichtlinie von 1999 wurde deshalb eine Senkung der Feinstaubwerte verbindlich vorgegeben. Laut Weltgesundheitsorganisation standen im Jahr 2004 weltweit etwa 370.000 vorzeitige Todesfälle im Zusammenhang mit hoher Feinstaubbelastung.

Daraufhin haben im Jahr 2008 mehrere Großstädte in Deutschland Umweltzonen eingerichtet. Etwa zur gleichen Zeit wurden die Umweltplaketten ausgegeben. Ziel war und ist es, die Feinstaub- sowie die Stickoxid-Belastungen zu verringern, um die Gesundheit der Stadtbewohner zu schützen. Grundlage bildet die 35. BImSchV (Bundes-Immissionsschutzgesetz). Derzeit gibt es in Deutschland noch über 30 Umweltzonen. Mehrere wurden aufgrund verbesserter Luftqualität bereits wieder aufgehoben.

Umweltzonen erkennen

Die Umweltzonen werden durch Gebotszeichen und Zusatzschilder gekennzeichnet. Fahrzeuge, für deren Schadstoffklasse die Umweltzone nicht freigegeben ist, dürfen diese nicht befahren. Wer dies doch tut oder die Umweltzone befährt, ohne eine Schadstoffplakette am Fahrzeug zu haben, auch wenn das Fahrzeug die geforderte Norm grundsätzlich erfüllt, riskiert ein hohes Bußgeld.

Schadstoffgruppen und Plakettenfarben

Die Schadstoffgruppe zeigt, wie hoch die Schadstoffemissionen eines Fahrzeugs sind. Grundlage dafür sind die europäischen Abgasnormen von Euro 1 bis Euro 6. Je höher die Euro-Norm, desto niedriger die zulässigen Emissionen. Elektroautos fallen nicht unter diese Schadstoffklassen, da sie keine relevanten Abgase wie Kohlenstoffmonoxid ausstoßen. Eine Umweltplakette benötigen sie trotzdem. Die Schadstoffgruppe Ihres Fahrzeugs können Sie den Fahrzeugpapieren entnehmen. Daraus ergibt sich die Farbe der Umweltplakette für Ihr Fahrzeug.

Schadstoffgruppe Feinstaub-Ausstoß (relativ) Plakette Erläuterung
Euro 6 keine Angaben Blaue Plakette (politisch diskutiertes Konzept) Blaue Umweltzone sowie zugehörige blaue Plakette sind noch in Diskussion. Erhalten würden sie: Elektrofahrzeuge, Euro-3-Benziner sowie Diesel mit Euro-6-Dieselmotoren.
Ab Euro 4 sehr gering Grüne Plakette Nahezu alle modernen Benziner, Diesel ab Euro 4, Elektrofahrzeuge
Euro 3 gering Gelbe Plakette Ältere Pkw und leichte Nutzfahrzeuge; heute meist nicht mehr in Umweltzonen zugelassen
Euro 2 hoch Rote Plakette Kaum noch im Verkehr; ältere Benziner und Diesel mit sehr hohen Emissionen
Euro 1 sehr hoch Keine Plakette Sehr alte Fahrzeuge mit ersten europäischen Emissionsstandards

Verpflichtung und Ausnahmen: Wer braucht eine und wer keine Plakette?

Von den Regelungen der Umweltzone sind sämtliche Kraftfahrzeuge (Pkw, Lkw sowie Busse) betroffen. Die Einfahrt ist nur mit einer entsprechender Plakette gestattet, die sich nach der jeweiligen Schadstoffklasse richtet. Es ist zu beachten, dass Elektroautos in der Regel ebenfalls die grüne Umweltplakette erhalten und somit Umweltzonen befahren dürfen.

Folgende Fahrzeuggruppen sind in der Regel von den Fahrverboten in Umweltzonen ausgenommen:

  • Krafträder: Hierzu zählen Motorräder sowie Leichtkrafträder wie Quads und Trikes
  • Land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen: Traktoren sowie Spezialfahrzeuge für die Be-wirtschaftung.
  • Fahrzeuge im öffentlichen Dienst: Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz sowie Kranken- und Notarztwagen
  • Kraftfahrzeuge für Personen mit Schwerbehindertenausweis: bei entsprechender Ausnahme-genehmigung bzw. besonderer Kennzeichnung
  • Oldtimer mit H- oder rotem 07-Kennzeichen

Erwerb der Umweltplakette: Ausgabestellen und Kosten

Umweltplaketten können Sie direkt bei Prüforganisationen (TÜV, DEKRA, GTÜ, KÜS), in vielen Werkstätten, bei Kfz-Zulassungsstellen oder online kaufen. Der Preis liegt zwischen fünf und 20 Euro. Für die Beantragung benötigen Sie Ihren Fahrzeugschein. Online-Bestellungen sind u. a. beim TÜV Nord oder DEKRA möglich.

Gültigkeit der Plakette

Die Feinstaubplakette gilt auf unbegrenzte Zeit. Sie lediglich neu beantragt werden, wenn sich durch bauliche Veränderungen die Schadstoffgruppe verändert oder das Fahrzeug ein neues Kfz-Kennzeichen erhält.

Tipps zum Anbringen der Feinstaubplakette

Auch wenn es keine gesetzlichen Vorgaben zur Positionierung der Abgasplakette gibt, wird empfohlen, sie gut sichtbar an der Innenseite der Windschutzscheibe anzubringen, ohne das Sichtfeld des Fahrers zu beeinträchtigen. Testen Sie vor dem Aufkleben, ob die Position für Sie angenehm ist, denn einmal aufgeklebt, lässt sich die Umweltplakette nicht mehr unbeschadet ablösen. Zudem ist es sinnvoll, vor dem Aufkleben die Windschutzscheibe oder am besten gleich das ganze Auto von innen zu reinigen, damit sich die Plakette schön ebenmäßig aufkleben lässt.