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Maut in Italien: Welche Strecken sind gebührenpflichtig?

Planen Sie eine Fahrt auf der Autostrada del Sole Richtung Süden, der Sonne entgegen? Klingt nach einer tollen Urlaubsreise mit dem Auto! Doch gilt in Italien die typische ausländische Mautpflicht? Nicht überall, doch auf den meisten Autobahnen schon. Neben der Maut, sollten Sie sich vor der Reise nach Italien bei Ihrer Autoversicherung über möglichen Zusatzschutz, wie den Auslandsschadenschutz, informieren.

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Ein Auto vor einem Mautschild in Italien

Wo muss in Italien Maut gezahlt werden?

Autostrada – dieser klangvolle Name steht für „Autobahn“. Sie erkennen diesen Verkehrsweg an den grünen, rechteckigen Schildern mit zwei weißen Fahrspuren und einer Brücke. Die Nutzung ist in der Regel gebührenpflichtig. Anders als bei der Maut in Österreich oder der Schweizer Maut gibt es in Italien keine Vignette – die Maut wird streckenabhängig berechnet. Auf dem italienischen Festland sind fast alle Autobahnen (Kennzeichnung mit einem „A“) mautpflichtig, darunter:

  • A1 (Mailand–Bologna–Florenz–Rom–Neapel)
  • A4 (Turin–Mailand–Verona–Venedig–Triest)
  • A14 (Bologna–Ancona–Bari–Tarent)
  • A22 (Brenner–Bozen–Trient–Verona)

Eine wichtige Ausnahme ist die A2 zwischen Salerno und Reggio di Calabria – dieser Abschnitt ist kostenfrei. Auch auf Sizilien wird Maut erhoben, etwa auf der:

  • A18 (Messina–Catania)
  • A20 (Messina–Palermo)

Wichtig: Zusätzlich können Gebühren für bestimmte grenzüberschreitende Tunnel, Autoverladestrecken oder für die Einfahrt in verkehrsbeschränkte Innenstadtzonen anfallen. Details dazu finden Sie weiter unten.

Wie wird die Maut bezahlt?

Bei der Auffahrt auf eine mautpflichtige Autobahn ziehen Sie ein Ticket, auf dem Ihre Einfahrt gespeichert ist. Beim Verlassen bezahlen Sie die Mautgebühren an einer Autobahnzahlstelle (casello). Die Höhe richtet sich nach der gefahrenen Strecke und der Fahrzeugklasse. An den Mautstellen gibt es unterschiedliche Spuren je nach Zahlungsart:

  • Spuren mit Münz- oder Geldschein-Symbol: Hier zahlen Sie bar. Teilweise ist noch Personal vor Ort (pagamento manuale), teilweise erfolgt die Zahlung am Automaten.
  • Blaue Spuren mit Kartensymbol: Hier entrichten Sie die Maut mit einer Kredit- oder EC-Karte am Automaten.
  • Gelbe Spuren mit der Aufschrift „Telepass“: Sie sind ausschließlich für Fahrzeuge mit Telepass-Transponder gedacht. Hier können Sie durchfahren, ohne anzuhalten.
  • Gemischte Spuren: Viele Mautstellen bieten kombinierte Spuren an, die sowohl Karten- als auch Barzahlung akzeptieren. Die Symbole über der Spur zeigen an, welche Zahlungsmittel möglich sind. Wichtig: Achten Sie frühzeitig auf die Beschilderung, damit Sie sich rechtzeitig richtig einordnen können und keinen Autounfall verursachen.

Wie hoch sind die Mautgebühren in Italien?

Die Höhe der italienischen Maut hängt von drei Faktoren ab: der gefahrenen Strecke (Kilometerzahl), der Fahrzeugklasse (z. B. Motorrad, Pkw, Wohnmobil, Lkw) und der jeweiligen Autobahngesellschaft. Für einen normalen Pkw können Sie grob mit 7 bis 9 Cent pro Kilometer rechnen. Zur Orientierung ein paar Beispiele: * Brenner – Verona (A22, ca. 220 km) → rund 18–22 € * Mailand – Rom (A1, ca. 570 km) → rund 40–50 € * Bologna – Bari (A14, ca. 680 km) → rund 50–60 €

Die oben genannten Beispiele betreffen einen Pkw. Motorräder zahlen etwas weniger, Wohnmobile und Fahrzeuge mit Anhänger mehr. Deutlich höhere Tarife kommen auf Lastwagenfahrer zu. Viele Strecken lassen sich online mit dem offiziellen Mautrechner der Autobahnbetreiber berechnen, etwa über den Service „Calculate your toll“-Service von Strade dei Parchi. Dort geben Sie Start- und Zielort sowie Ihre Fahrzeugklasse ein. Danach werden Ihnen die voraussichtlichen Gebühren angezeigt.

Wo in Italien gibt es Free-Flow-Systeme?

Auf einigen Autobahnabschnitten wird die Maut nicht mehr an klassischen Mautstationen erhoben. Stattdessen erfassen Kameras beim Durchfahren automatisch Ihr Kfz-Kennzeichen. Schranken oder Tickets gibt es dort nicht mehr. Aktuell betrifft das insbesondere folgende Strecken:

  • A33 – Autostrada Asti-Cuneo (teilweise mit Free-Flow-System zwischen Asti und Alba)
  • A36 – Autostrada Pedemontana Lombarda (nordwestlich von Mailand)
  • A59 – Tangenziale di Como (Umfahrung von Como)
  • A60 – Tangenziale di Varese (Umfahrung von Varese)

Wie funktioniert das italienische Free-Flow-System?

Die Erfassung der Fahrzeuge, die eine gebührenpflichtige Free-Flow-Autobahn befahren, erfolgt elektronisch über Kameras. Klassische Zahlstationen und Schranken gibt es dort nicht mehr. Doch wie bezahlt man auf solchen „unsichtbaren“ Mautstrecken? Das funktioniert so:

Free-Flow mit Telepass

Am bequemsten ist die Nutzung eines Telepass-Transponders. Das kleine Gerät wird im Fahrzeug angebracht und rechnet die Maut automatisch ab – sowohl auf klassischen Autobahnen als auch auf Free-Flow-Strecken.

Free-Flow ohne Telepass

Wenn Sie keinen Telepass besitzen, müssen Sie die Maut selbstständig innerhalb der vorgesehenen Frist (in der Regel 15 etwa Tage, kann aber je nach Betreiber abweichen.) bezahlen. Das ist online oder bei autorisierten Verkaufsstellen möglich.

Was passiert, wenn ich die Maut nicht bezahle?

Hoppla, da hat man eine italienische Free-Flow-Strecke genutzt, doch nach dem Urlaub die Bezahlung komplett vergessen. Das bleibt in der Regel nicht ohne Folgen, denn die Strecke kann anhand des Kennzeichens nachvollzogen werden. Auf Free-Flow-Strecken gilt die feste Zahlungsfrist, die bei vielen Betreibern etwa 15 Tage beträgt. von 15 Tagen. Geht die Zahlung in dieser Zeit nicht ein, werden Zuschläge erhoben. Bleibt die Forderung weiterhin offen, können Mahnungen auch ins Ausland verschickt und über Inkassostellen durchgesetzt werden. Wichtig: Bei ZTL-Zonen in Städten handelt es sich nicht um eine nachzuzahlende Maut, sondern um ein Bußgeld wegen unerlaubter Einfahrt.

Was ist der Unterschied zwischen ZTL und City-Maut?

ZTL (Zona a Traffico Limitato)

In vielen Städten Italiens gibt es verkehrsbeschränkte Zonen, sog. ZTL. Diese Bereiche liegen meist in historischen Innenstädten und dürfen nur mit besonderer Genehmigung – zum Beispiel von Anwohnern oder Lieferanten – befahren werden. Ziel ist es, den Verkehr in diesen Zonen zu reduzieren und die Luftqualität zu verbessern. Wer ohne Berechtigung einfährt, begeht einen Verkehrsverstoß und riskiert ein Bußgeld. Das gilt auch für Urlauber. ZTL-Regelungen gibt es unter anderem in:

  • Mailand
  • Florenz
  • Bologna
  • Pisa
  • Rom
  • Palermo

City-Maut

Eine City-Maut ist dagegen eine Gebühr, die für die Einfahrt in bestimmte Stadtbereiche erhoben wird. Wer diese zahlt, darf in der Regel auch hineinfahren. Auch diese Maut hat zum Ziel, den Verkehr zu reduzieren und Einnahmen für Infrastruktur oder Umweltmaßnahmen zu erzielen. Ein bekanntes Beispiel in Italien ist die „Area C“ in Mailand.

Wo in Italien muss keine Maut gezahlt werden?

Nicht jede Straße in Italien ist gebührenpflichtig. Maut fällt in erster Linie auf Autobahnen (Autostrade) an – viele andere Straßen können kostenfrei genutzt werden. Keine Maut zahlen Sie in der Regel auf:

  • den meisten Schnellstraßen (Superstrade, oft mit „SS“ gekennzeichnet)
  • Land- und Regionalstraßen
  • innerstädtischen Straßen Ausnahme: In einigen Städten gelten Umwelt- oder Zufahrtsregelungen wie ZTL-Zonen oder City-Maut-Systeme. Dort kann die Einfahrt beschränkt oder gebührenpflichtig sein.

Tipps für Reisende rund um die Maut in Italien

Wer entspannt durch Italien fahren möchte, sollte sich vorab kurz mit dem Mautsystem vertraut machen. So haben Sie weniger Stress beim Autofahren – und vermeiden unnötige Zusatzkosten beim Autofahren.

Bestellen Sie den Telepass rechtzeitig

Bestellen Sie einen Telepass frühzeitig vor der Reise, wenn Sie häufiger nach Italien fahren oder Free-Flow-Strecken nutzen möchten. Damit wird die Maut automatisch abgerechnet und Sie sparen Zeit an den Mautstellen.

Überlegen Sie sich rechtzeitig, wie Sie an der Mautstation zahlen möchten

Wer erst kurz vor der Schranke merkt, dass er in der falschen Spur steht, gerät schnell unter Druck. Spontane Fahrstreifenwechsel können gefährlich sein und zu Autounfällen führen. Achten Sie daher frühzeitig auf die Beschilderung für die jeweiligen Zahlungsoptionen.

Informieren Sie sich, welche Regeln in den Städten gelten

Die Städte, die in Ihrer Urlaubsregion liegen, können Sie vorab auf City-Maut oder ZTL prüfen. Diese Informationen erhalten Sie auf der Website der entsprechenden Stadt, bei der Touristeninformation oder durch einen Anruf in Ihrem Hotel. Auch Navi-Apps (z. B. Google Maps, Apple Karten, TomTom) zeigen teilweise ZTL-Bereiche an.

Behalten Sie Zahlungsfristen im Blick

Auf Free-Flow-Strecken gilt in der Regel eine Zahlungsfrist von etwa 15 Tagen. Wird diese versäumt, können zusätzliche Gebühren anfallen. Eine kurze Notiz im Terminkalender schützt Sie vor unnötigen Strafgebühren.

Ebenso wichtig wie die Vignette: Ihre Versicherung

Nun haben Sie einen guten Überblick über die Mautgebühren auf den italienischen Autobahnen. Jetzt heißt es nur noch: den Kfz-Versicherungsschutz vervollständigen, beispielsweise um einen Auslandsschadenschutz. Dann steht einem unbeschwerten Roadtrip nach Italien nichts mehr im Wege.

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