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Maut in Frankreich: alles über Gebühren, Badge und Free-Flow

Frankreich – das steht für feinsandige Strände, mondäne Hafenstädte, gemütliche Bistros und Märkte voller mediterraner Köstlichkeiten. Das ideale Urlaubsland! Doch vor Ihrer Reise sollten Sie sich über die Maut im Ausland im Klaren sein.

Ob die Mautprlicht in ganz Frankreich gilt oder ob sie sich vermeiden lässt, erfahren Sie in diesem Artikel. Informieren Sie sich vor der Reise nach Frankreich bei Ihrer Autoversicherung über möglichen Zusatzschutz, wie den Auslandsschadenschutz.

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Ein Auto steht hinter einem Maut-Schild in Frankreich

Wo in Frankreich fallen Mautgebühren an?

C’est dommage: Im Gegensatz zu den deutschen Autobahnen sind die meisten französischen Autoroutes gebührenpflichtig. Zu den wichtigsten mautpflichtigen Strecken zählen vor allem die großen Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen, die viele Frankreich-Touristen auf ihrem Weg mit dem Auto in die Sommerferien nutzen:

  • A1 (Autoroute du Nord): Sie verbindet Paris mit Lille und ist eine der meistbefahrenen Autobahnen des Landes.
  • A6 (Teil der Autoroute du Soleil): Sie führt von Paris Richtung Süden bis nach Lyon und ist Teil der klassischen Urlaubsroute.
  • A7 (Autoroute du Soleil): Diese Autobahn schließt direkt an die A6 an und bringt Sie von Lyon bis nach Marseille an die Mittelmeerküste.
  • A9 (La Languedocienne): Die Autoroute verläuft entlang der Mittelmeerküste von Orange bis zur spanischen Grenze hinter Perpignan.
  • A10 (L’Aquitaine): Die Strecke Paris–Bordeaux ist eine wichtige Verkehrsader in den Südwesten.

Gut zu wissen: Anders als bei der Maut in Österreich oder der Schweiz gibt es in Frankreich keine pauschal auf Autobahnen geltende Vignette – die Maut wird streckenabhängig berechnet.

Wie wird die Maut in Frankreich bezahlt?

In Frankreich werden die Mautgebühren auf den meisten Autoroutes nach einem einfachen System entrichtet: Beim Auffahren auf die Autobahn ziehen Sie ein Ticket, beim Verlassen zahlen Sie die Kosten für die tatsächlich gefahrene Strecke.

Es gibt dabei mehrere Möglichkeiten, die Maut zu begleichen:

  • Barzahlung: „Bonjour! Ça fait …“ – an bemannten Mautstationen (Stations de péage) begrüßt Sie ein Mitarbeiter und Sie können mit Münzen oder Scheinen bezahlen. Zu erkennen sind die Spuren, die zur Mautstation mit Barzahlung führen, an einem €-Zeichen.
  • Karte: Kredit- und Debitkarten werden fast überall akzeptiert und sind die gängigste Zahlungsmethode auf französischen Autobahnen. Dafür nutzen Sie die Spuren mit „CB“, was für „Carte bancaire“ steht.
  • Télépéage (elektronische Maut): Mit einem kleinen Transponder im Auto wird die Maut automatisch erfasst und abgerechnet. Sie können die entsprechende Spur wählen (sie ist mit einem „t“ gekennzeichnet) und dort ohne Anhalten durchfahren.

Wichtig: Bewahren Sie Ihr Ticket während der Fahrt gut auf. Ohne diesen Beleg kann die Strecke nicht korrekt berechnet werden, und es wird meist der Höchstbetrag fällig.

Was bedeutet in Frankreich Télépéage?

Télépéage ist in Frankreich die Bezeichnung für das elektronische Mautsystem auf Autobahnen. Es ermöglicht Autofahrern, Mautgebühren automatisch zu bezahlen. Das ist deswegen so vorteilhaft, weil Sie an Mautstationen weder im Stau stehen noch anhalten müssen.

Um die Télépéage zahlen zu können, benötigen Sie einen kleinen Transponder (Badge). Dieser wird ganz einfach an der Windschutzscheibe befestigt. Nähern Sie sich auf der französischen Autobahn einer Mautstation, nehmen Sie die spezielle „t“-Spur und das System erkennt Ihr Fahrzeug. Die Schranke öffnet sich, und die Gebühr wird später bequem über Ihr hinterlegtes Zahlungsmittel abgerechnet.

Wo bekomme ich einen Badge?

Einen Télépéage-Badge für die französischen Autobahnen können Sie ganz unkompliziert bei verschiedenen Anbietern wie Bip&Go online bestellen. Der Badge wird Ihnen anschließend bequem nach Hause geschickt. Bestellen Sie ihn jedoch rechtzeitig vor Ihrer Reise!

Alternativ erhalten Sie Télépéage-Badges auch vor Ort in Frankreich, zum Beispiel an ausgewählten Verkaufsstellen, Tankstellen oder Servicepunkten entlang der Autobahnen.

Um Télépéage nutzen zu können, schließen Sie beim Anbieter ein Abo ab. Je nach Tarif fällt entweder eine geringe monatliche Gebühr an oder es wird nur bei tatsächlicher Nutzung abgerechnet. Die Mautgebühren werden automatisch per Lastschrift oder Kreditkarte eingezogen.

Praktisch: Viele Télépéage-Badges funktionieren auch in anderen Ländern wie Spanien, Italien oder Portugal.

Kann man bei den Mautgebühren in Frankreich sparen?

Autofahren und Geldsparen – das ist bei einer Urlaubsreise nach Frankreich aufgrund der Mautgebühren gar nicht so einfach. Doch wenn Sie wissen, von welchen Faktoren die Höhe der Autobahngebühr abhängt, lässt sich vielleicht doch etwas einsparen:

  • Die Länge der gefahrenen Strecke: Eine kurze Autobahnstrecke ist selbstverständlich günstiger als eine lange Anreise zum Urlaubsort. So kostet die Strecke von Paris in den Süden schnell einmal zwischen 50 und 100 € – oder sogar mehr.
  • Die Fahrzeugklasse: Größere oder höhere Fahrzeuge (z. B. mit Anhänger oder ein Wohnmobil) werden meist teurer eingestuft als ein klassischer Pkw.
  • Die jeweilige Autobahngesellschaft: In Frankreich werden viele Autobahnen von privaten Betreibern verwaltet. Je nach Gesellschaft können die Preise variieren – einige Strecken sind deutlich teurer als andere.
  • Die gewählte Strecke: Alternativrouten über mautfreie Nationalstraßen (Routes nationales) können günstiger sein, dauern aber oft länger.

Wie lassen sich die französischen Mautgebühren berechnen?

Wenn man sich darauf vorbereiten kann, ist der Schrecken während des Urlaubs nicht mehr so groß: Für Frankreich gibt es mehrere praktische Mautgebührenrechner, mit denen Sie die Kosten Ihrer Reise ziemlich genau abschätzen können. Besonders hilfreich ist der offizielle Rechner der französischen Autobahnbetreiber (z.B. VINCI Autoroutes). Dort geben Sie Start- und Zielort sowie den Fahrzeugtyp ein und erhalten eine genaue Mautprognose inklusive Strecke und Fahrzeit.

Tools wie Google Maps zeigen zwar nicht die Mautkosten an, geben aber eine gute Orientierung zu Route, Entfernung und Dauer. Außerdem können Sie dort die Option „Mautstraßen vermeiden“ wählen.

Aufgepasst: Mautfalle durch Free-Flow-Systeme

Wie in Italien gibt es auch in Frankreich inzwischen die ersten Autobahnen mit sogenannten Free-Flow-Systemen (auch „flux libre“ genannt). Dabei handelt es sich um Strecken ohne klassische Mautstationen. Das Tückische: Sie befahren diese Strecke und merken unter Umständen gar nicht, dass sie mautpflichtig ist. Schranken oder Tickets gibt es dort nicht mehr.

Aktuell ist das Flux-libre-System noch im Ausbau und gilt unter anderem für folgende Strecken:

  • A79 (Allier): Erste Autobahn in Frankreich mit vollständig schrankenlosem Mautsystem (Free-Flow), aber weiterhin mautpflichtig
  • A4 bei Paris: Hier wird das Free-Flow-System schrittweise auf einzelnen Abschnitten eingeführt

Wie bezahlt man auf Flux-libre-Strecken?

Big brother is watching you: Während der Fahrt erfassen Kameras Ihr Kfz-Kennzeichen automatisch. Anschließend haben Sie mehrere Möglichkeiten, die Maut zu bezahlen:

  • Online-Zahlung: Über die Website des jeweiligen Autobahnbetreibers geben Sie Ihr Kennzeichen ein und bezahlen bequem per Karte. Doch bitte die Zahlungsfrist je nach Betreiber (häufig 72 Stunden) beachten!
  • Automatische Abrechnung (Télépéage): Nutzen Sie einen Badge, wird die Maut automatisch abgebucht – Sie müssen sich um nichts kümmern.
  • Bezahlung vor Ort: An speziellen Terminals (z. B. an Raststätten) können Sie die Gebühr ebenfalls nachträglich begleichen.

Bitte beachten Sie: Sollten Sie die Online-Zahlung vergessen, droht ein Bußgeld.

Wo in Frankreich gibt es eine Sondermaut?

Neben der regulären Autobahngebühr gibt es in Frankreich auch eine Sondermaut. Diese fällt unabhängig von der gefahrenen Strecke an und betrifft bestimmte Tunnel und Brücken:

  • Gebirgstunnel: Besonders bekannt ist der Mont-Blanc-Tunnel, der Frankreich mit Italien verbindet. Auch der Fréjus-Tunnel ist kostenpflichtig und zählt zu den teureren Strecken.
  • Große Brücken: Bei einigen Brücken wird ebenfalls eine Sondermaut erhoben. Dazu zählen die Pont de Normandie und das Millau-Viadukt, eine der höchsten Brücken der Welt.

Bitte beachten Sie: Diese Gebühren kommen zusätzlich zur normalen Autobahnmaut hinzu und können deutlich höher sein als bei gewöhnlichen Autobahnabschnitten. Eine Umfahrung ist oft möglich, aber meist mit längeren Fahrzeiten verbunden.

Wo in Frankreich muss keine Maut gezahlt werden?

Nicht jede Straße in Frankreich ist gebührenpflichtig. Maut fällt in erster Linie auf Autobahnen (Autoroutes) an. Keine Maut zahlen Sie in der Regel hier:

  • Routes Nationales (N)
  • Routes Départementales (D)
  • Innerstädtische Straßen (Bitte beachten: In einigen Städten gibt es Umweltzonen – eine Crit’Air-Plakette ist dort erforderlich)
  • Die Autobahn A75 (Zentralmassiv) ist größtenteils kostenlos (außer z. B. Viaduc de Millau)
  • Die A20 (Vierzon–Montauban) ist weitgehend mautfrei

Nun haben Sie einen guten Überblick über die Mautgebühren auf den französischen Autobahnen. Jetzt fehlt nur noch der passende Versicherungsschutz, etwa ein Auslandsschadenschutz, eine Pannenhilfe und eine Privathaftpflichtversicherung. Dann sind Sie auch im Ausland rundum abgesichert.

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