Was hilft gegen Nachtblindheit beim Autofahren? Unsere 6 Tipps!
Zuletzt geändert: 5. Februar 2026
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Was versteht man unter Nachtblindheit?
Nachtblindheit bezeichnet die eingeschränkte Sehfähigkeit bei Dämmerung oder Dunkelheit. Betroffene sehen bei Tageslicht meist gut, haben aber nachts Schwierigkeiten, Details, Hindernisse oder Straßenränder rechtzeitig zu erkennen.
Häufige Ursachen sind:
- Altersbedingte Veränderungen der Augen
- Nicht optimal angepasste Sehstärke
- Grauer Star (Katarakt)
- Erhöhte Blendempfindlichkeit
- Müdigkeit oder trockene Augen
Helfen Nachtbrillen wirklich gegen Nachtblindheit?
Nachtbrillen mit gelb getönten Gläsern werden häufig als Lösung gegen Nachtblindheit beworben. Sie sollen kurzwelliges blaues Licht filtern, das stärker streut und als blendend empfunden wird. Viele Autofahrer empfinden das Sehen damit subjektiv als angenehmer.
Fachleute bewerten Nachtbrillen jedoch kritisch. Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis, dass sie die Sehfähigkeit oder Reaktionszeit im Straßenverkehr messbar verbessern. Im Gegenteil: Die getönten Gläser lassen weniger Licht ins Auge, was bei Dunkelheit durchaus problematisch sein kann. Außerdem können Farben und Kontraste verfälscht werden, etwa bei Verkehrszeichen oder Bremslichtern.
Nachtbrillen können im Einzelfall als entlastend empfunden werden, sind jedoch keine verlässliche Lösung gegen Nachtblindheit und sollten mit Vorsicht genutzt werden – insbesondere bei gefährlichen Witterungsverhältnissen im Auto.
6 Tipps, die wirklich gegen Nachtblindheit helfen
Experten empfehlen Maßnahmen, die nachweislich zur Auto-Sicherheit beitragen und das Sehen bei Nacht verbessern:
Regelmäßige Sehtests
Schon kleine Abweichungen der Sehstärke wirken sich nachts stark aus. Eine optimal angepasste Brille oder Kontaktlinsen sind entscheidend für sicheres Fahren.
Entspiegelte, klare Brillengläser
Moderne, entspiegelte Gläser reduzieren Blendung, ohne wertvolles Licht zu filtern – im Gegensatz zu getönten Nachtbrillen.
Saubere Scheiben
Schmutz, Schlieren oder Beschlag erhöhen Lichtstreuung und Blendung erheblich – innen wie außen. Achten Sie daher darauf, dass Sie Ihre Scheibenwischer immer gründlich reinigen und diese gut funktionieren. Außerdem sollten Sie beschlagene Autoscheiben vermeiden.
Richtig eingestellte Fahrzeugbeleuchtung
Falsch eingestellte Scheinwerfer verschlechtern die eigene Sicht und blenden andere Verkehrsteilnehmer. Im Zweifel sollten Sie die Glühbirnen im Autoscheinwerfer wechseln oder diese je nachdem in einer Fachwerkstatt richtig einstellen lassen.
Angepasste Fahrweise bei Dunkelheit
Langsamer fahren, ausreichend Sicherheitsabstand halten und besonders aufmerksam sein – vor allem wenn Sie bei Sturm, Nebel oder bei Starkregen im Auto unterwegs sind.
Pausen und ausgeruhte Augen
Müde Augen verschlechtern das Nachtsehen deutlich. Regelmäßige Pausen helfen, die Konzentration zu erhalten und Müdigkeit beim Autofahren zu vermeiden.
Wann sollte man ärztlichen Rat einholen?
Wenn das Sehen bei Nacht zunehmend schlechter wird oder Blendung stark zunimmt, sollten Sie überlegen, dies mit einem Augenarzt gründlich abzuklären. Nachtblindheit kann ein Hinweis auf behandlungsbedürftige Augenerkrankungen sein.
Fazit: Sicherheit hat immer Vorfahrt
Nachtblindheit lässt sich nicht durch ein einzelnes Hilfsmittel beheben. Nachtbrillen mit Gelbtönung können subjektiv als angenehm empfunden werden, ersetzen jedoch keine gute Sehkraft, keine angepasste Fahrweise und keine technische Fahrzeugsicherheit.
Wer seine Auto-Sicherheit erhöhen möchte, sollte auf bewährte Maßnahmen setzen: umsichtig fahren und und eine realistische Einschätzung der eigenen Fahrfähigkeit - insbesondere bei Dunkelheit und schwierigen Wetterbedingungen. Und falls es trotz aller Vorsicht zu einem Schaden kommt, ist eine gute und günstige Autoversicherung wichtig, um im Ernstfall finanziell gut abgesichert zu sein. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass das Fahrzeug nur in einem fahrtauglichen Zustand und von einer uneingeschränkt fahrfähigen Person gefahren wird.
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