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Umweltzonen in Europa

Immer mehr Länder führen Umweltzonen ein, um die Luftqualität in Städten zu verbessern. Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, sollte sich deshalb vor Reisebeginn über die Vorschriften informieren. Denn die Regelungen unterscheiden sich deutlich: Während in einigen Ländern eine Umweltplakette nötig ist, müssen Fahrzeuge andernorts vorab registriert werden oder bestimmte Emissionsstandards erfüllen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Umweltzonen funktionieren, in welchen Ländern sie gelten und worauf Sie bei einer Reise mit dem Auto durch Europa achten sollten.

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Auto mit Umweltplakette

Was sind Umweltzonen?

Umweltzonen sind klar abgegrenzte Bereiche innerhalb von Städten oder Ballungsräumen. Bekannte Beispiele sind Paris, München oder Berlin. Ziel dieser Zonen ist es, die Belastung durch Feinstaub und Stickoxide zu reduzieren und so die Luftqualität zu verbessern.

Je nach Land dürfen nur Fahrzeuge mit einer bestimmten Emissionsklasse in diese Bereiche einfahren. Ob dafür eine Umweltplakette, eine Online-Registrierung oder eine Ausnahmegenehmigung erforderlich ist, hängt von den jeweiligen nationalen oder kommunalen Vorschriften ab.

Wie erkenne ich eine Umweltzone?

Umweltzonen sind an den Ein- und Ausfahrten durch entsprechende Verkehrszeichen gekennzeichnet. Diese Schilder unterscheiden sich jedoch von Land zu Land. Häufig zeigen sie den Beginn einer Umweltzone sowie Informationen dazu, welche Fahrzeuge oder Umweltplaketten zugelassen sind. In Frankreich weisen Schilder beispielsweise auf die Crit'Air-Vignette hin, während in Deutschland das Verkehrszeichen „Umweltzone“ zusammen mit den zugelassenen Plaketten zu sehen ist.

Viele Navigationssysteme und Karten-Apps zeigen Umweltzonen inzwischen ebenfalls an. Trotzdem empfiehlt es sich, bereits vor Reisebeginn Informationen über die geltenden Vorschriften einzuholen.

Umweltzonen in Europa nach Ländern

Deutschland: Umweltplakette an der Windschutzscheibe

In Deutschland gibt es Umweltzonen in zahlreichen Städten. Für die Einfahrt wird in der Regel die grüne Umweltplakette benötigt. Sie weist die Schadstoffklasse des Fahrzeugs aus und muss gut sichtbar an der Innenseite der Windschutzscheibe angebracht sein.

Sie besitzen noch keine Umweltplakette? Diese erhalten Sie unter anderem bei Kfz-Zulassungsstellen, Prüforganisationen wie TÜV oder DEKRA sowie bei vielen Kfz-Werkstätten. Wer ohne gültige Plakette in eine Umweltzone fährt, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Frankreich: Crit'Air-Vignette erforderlich

Frankreich setzt – neben Mautgebühren auf Autobahnen – auf die Crit'Air-Vignette in Städten. Sie ordnet Fahrzeuge entsprechend ihrer Emissionsklasse ein und ist für die Einfahrt in viele Umweltzonen, sogenannte Zones à Faibles Émissions (ZFE), vorgeschrieben. Zu den Städten und Ballungsräumen mit Umweltzonen gehören unter anderem Paris, Lyon, Marseille, Straßburg, Toulouse, Montpellier, Grenoble sowie Rennes und Brest. Je nach Stadt und Luftqualität können unterschiedliche Zufahrtsbeschränkungen gelten. Die Crit'Air-Vignette sollte deshalb bereits vor Reiseantritt online beantragt werden.

Belgien: Online-Registrierung nicht vergessen

Belgien verfolgt einen anderen Ansatz als viele Nachbarländer. In den städtischen Umweltzonen (Low Emission Zones, kurz LEZ) benötigen ausländische Fahrzeuge keine Umweltplakette. Stattdessen müssen sie vor der Einfahrt online registriert werden. Die Registrierung ist in der Regel kostenlos. Je nach Stadt gelten jedoch unterschiedliche Regelungen und Gültigkeitsdauern.

Umweltzonen gibt es unter anderem in Brüssel, Antwerpen und Gent. Besonders die Umweltzone Antwerpen betrifft viele Urlauber auf der Durchreise in die Niederlande oder an die belgische Nordseeküste. Fahren Sie mit einem ausländischen Fahrzeug in die LEZ Antwerpen ein, ist eine vorherige Online-Registrierung erforderlich. Außerdem gibt es im Liefkenshoektunnel bei Antwerpen Maut zu beachten.

Nehmen Sie die Registrierung möglichst vor Reiseantritt vor. Andernfalls drohen hohe Bußgelder. In Brüssel beträgt das Bußgeld für ein nicht registriertes ausländisches Fahrzeug derzeit 150 €.

Niederlande: Diesel-Autofahrer aufgepasst

Auch in den Niederlanden gibt es Umweltzonen. Sie betreffen vor allem ältere Dieselfahrzeuge. Gleichzeitig entstehen in vielen Städten zunehmend emissionsfreie Zonen für den Lieferverkehr. Für die meisten Urlauber mit einem modernen Pkw ergeben sich derzeit nur wenige Einschränkungen. Dennoch lohnt sich vor der Reise ein Blick auf die Vorschriften der jeweiligen Stadt. Erfahren Sie hier mehr über die Mautregelungen in den Niederlanden .

Italien: verkehrsbeschränkte Zonen, Umweltzonen und City-Maut

Italien verfügt über ein paar Mautregelungen: es gibt City-Maut-Zonen und sogenannte „Zone a Traffico Limitato" (ZTL). Dabei handelt es sich um verkehrsbeschränkte Bereiche, die vor allem in historischen Innenstädten eingerichtet wurden. Viele ZTL dürfen ausschließlich von Anwohnern oder Fahrzeugen mit einer besonderen Genehmigung befahren werden. Zusätzlich gelten in einigen Regionen emissionsabhängige Umweltzonen. Da die Regelungen regional sehr unterschiedlich sind, sollten Sie sich vorab auf der Website der jeweiligen Stadt genau informieren.

Spanien: Online-Registrierung in größeren Städten

In Spanien wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche „Zonas de Bajas Emisiones“ (ZBE) eingeführt. In größeren Städten wie Madrid, Barcelona, Valencia, Sevilla oder Málaga sollten Spanienurlauber daher die Umweltzonen beachten.

Welche Fahrzeuge einfahren dürfen, richtet sich nach den örtlichen Vorschriften. Für ausländische Fahrzeuge gelten je nach Stadt unterschiedliche Regelungen: Während manche Kommunen Umweltplaketten aus bestimmten europäischen Ländern anerkennen, verlangen andere eine vorherige Online-Registrierung. Informieren Sie sich daher vor Ihrer Reise über die Bestimmungen an Ihrem Reiseziel und über die Mautregelungen in Spanien.

Portugal: Umweltzonen vor allem in Lissabon

Wer mit dem Auto Richtung Süden unterwegs ist und seinen Urlaub in Portugal verbringt, sollte – neben den Autobahngebühren – vor allem die Umweltzonen in Lissabon und Porto beachten. Dort gelten für ältere Fahrzeuge Zufahrtsbeschränkungen in Teilen der Innenstadt. Künftig könnten weitere Städte ähnliche Maßnahmen einführen. Bitte beachten Sie: Die Zufahrtsbeschränkungen richten sich nach der Emissionsklasse des Fahrzeugs und werden lokal geregelt. Weitere Infos gibt es u. a. auf der Website der Stadt Lissabon.

Dänemark: grünes Licht für moderne Fahrzeuge

Die dänischen Umweltzonen befinden sich unter anderem in Kopenhagen, Aarhus, Aalborg und Odense. Sie betreffen auch Diesel-Pkw sowie ältere Diesel-Lkw, Busse und Transporter.

Für die meisten Urlauber mit einem modernen Pkw der wichtigsten Automarken bestehen derzeit keine besonderen Einschränkungen. Ältere Diesel-Fahrzeuge müssen jedoch bestimmte Anforderungen erfüllen. Ein Diesel-Pkw darf eine Umweltzone nur befahren, wenn er mindestens Euro 5 erfüllt oder mit einem entsprechenden Partikelfilter ausgestattet ist. Das gilt ausdrücklich auch für ausländische Fahrzeuge.

Schweden: vor allem ältere Diesel betroffen

Auch in Schweden haben Kommunen Umweltzonen (Miljözoner) ausgewiesen, um die Luftqualität zu verbessern. Diese gibt es u. a. in Stockholm, Göteborg und Malmö.

Welche Fahrzeuge eine Umweltzone befahren dürfen, richtet sich nach der jeweiligen Zone und der Emissionsklasse des Fahrzeugs. Aktuelle Informationen zu den Vorschriften sowie zu den betroffenen Städten veröffentlicht die schwedische Verkehrsbehörde Transportstyrelsen. Da die Website vor allem auf Schwedisch verfügbar ist, kann zusätzlich die Plattform „Urban Access Regulations in Europe“ hilfreich sein. In englischer Sprache gibt „Urban Access Regulations in Europe” darüber Auskunft.

Österreich: keine Umweltzone, aber eine Vignette

Österreich kennt Umweltzonen hauptsächlich für Lastkraftwagen. Für private Pkw bestehen derzeit keine flächendeckenden Umweltzonen wie in Deutschland oder Frankreich. Komplett kostenlos ist die Autofahrt durch Österreich dennoch nicht. Wer auf der Autobahn unterwegs ist, braucht eine Vignette.

Norwegen: Maßnahmen bei hoher Luftverschmutzung

Norwegen kennt keine klassischen Umweltzonen wie Deutschland oder Frankreich. Städte wie Oslo können jedoch bei hoher Luftverschmutzung zeitlich begrenzte Maßnahmen ergreifen, etwa ein Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge. Darüber hinaus gibt es in einigen Städten emissionsabhängige Mautregelungen.

Was passiert, wenn ich ohne Berechtigung in eine Umweltzone fahre?

Wer ohne die erforderliche Umweltplakette, Registrierung oder Genehmigung in eine Umweltzone einfährt, muss mit Bußgeldern rechnen. Je nach Land können außerdem Zufahrtsverbote oder zusätzliche Gebühren verhängt werden.

In vielen Städten erfolgen die Kontrollen mittlerweile automatisch über Kameras. Verstöße können daher auch ohne direkte Polizeikontrolle festgestellt werden.

Gibt es in Umweltzonen auch Ausnahmen?

Einige Länder sehen Ausnahmen für bestimmte Fahrzeuge vor. Dazu zählen beispielsweise Oldtimer, Fahrzeuge von Menschen mit Behinderung oder Einsatzfahrzeuge. Auch für Elektrofahrzeuge gelten teilweise Sonderregelungen.

Welche Ausnahmen bestehen, richtet sich jedoch nach den nationalen beziehungsweise kommunalen Vorschriften. Prüfen Sie deshalb vor der Reise, welche Regeln für Ihr Fahrzeug und Ihr Reiseziel gelten.

Brauchen auch Elektroautos und Wohnmobile Umweltplaketten?

Das hängt vom jeweiligen Land ab. In einigen Staaten benötigen auch Elektrofahrzeuge eine Plakette oder Registrierung, obwohl sie von Fahrverboten ausgenommen sind.

Auch Wohnmobile können von den Regelungen betroffen sein. Entscheidend sind das Fahrzeuggewicht, die Emissionsklasse und die Vorschriften des jeweiligen Landes.

Mit dem passenden Versicherungsschutz durch Europa

Nun sind Sie gut vorbereitet für Ihren Städtetrip durch Europa. Doch bevor Sie starten, sollten Sie sich um Ihren Versicherungsschutz kümmern: Schon an einen Auslandsschadenschutz und eine Pannenhilfe als Ergänzung zu Ihrer Autoversicherung gedacht? Und an eine Privathaftpflichtversicherung? Mit diesen sinnvollen Zusatzleistungen sind Sie auch im Ausland rundum abgesichert.

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